London / Rezension

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Wir testen das Spiel „London“ von Martin Wallace (Mayfair Games/Treefrog Games) und erklären die Regeln sowie die Spielanleitung.

Kurzbeschreibung

London lies devastated after the Great Fire of 1666. This is your opportunity to build a new city on the ashes of the old. It is up to you how you employ the talents of the people of London to this end. Will you favour the business classes, who will earn you money? Or would you prefer to spend more money than you can rightly afford on grand monuments and sumptuous palaces? You must also deal with the problem of rising poverty and how to employ the many paupers of the city. To achieve one aim you must sacrifice another, which may open an opportunity for a competitor.

Auf einen Blick

24 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Jochen

    Mit dieser Rezension hebt sich Spielama weiter von anderen Spiele-Renzensionsseiten ab. Nur bei euch habe ich bisher Verrisse von Spielen gefunden, aufgrund von entdeckten Killerstrategien.
    Das zeigt einerseits wie genau ihr euch die Spiele anschaut und andererseits wie oberflächlich andere Rezensionsseiten testen. Hut ab!
    London habe ich erst 5x gespielt. Mir gefällt es mittelmäßig. Die Killerstrategie haben wir nicht entdeckt. Dazu muss ich auch sagen, dass mich dieses Spiel nicht reizt es entdecken zu wollen. Anders z. B. bei Im Jahr des Drachen. Solche Spiele kann ich sehr häufig spielen um zu versuchen den optimalen Weg zu finden.

    Nochmals danke für die tolle Rezension.

  2. Ben2

    Es ist ja nicht nur die Diskrepanz . Würde das Spiel das dann rauskommt solala sein, dann würde ich das auch nicht so harsch kritisieren. Sondern einfach sagen – hier bleibt wenig thematisches übrig. Aber hier kommt ja dann nicht ein knallhartes rundes Strategiespiel raus, sondern eines welches dann letztendlich Strategiearm, unrund und Glückslastig ist. Da MUSS ich es anhand der existierenden Fülle an besseren Spielen einfach so abstrafen.

  3. Michael

    Ich finde es auch schade, daß bei Wallaces Spielen das Thema eher rasch vom Mechanismus abbröckelt, und der sich dann auch noch ziemlich hakelig herausstellt. (Z.B. habe ich vor Jahren Kohle/Brass gekauft, aber nach Regellektüre es erst gar nicht gespielt, weil das alles schon nach Spielmechanismus mit angetackertem Thema roch.) Insofern würde ich das seinen Spielen einfach als spezielles „Wallace“-Label anheften. (So hatte ich seine Spiele auch immer vermittelt bekommen und folglich lange Zeit gemieden.)

    So extrem, wie Du London (und davor AFAoS) abwertest, würde ich das aber dennoch nicht tun. Ich würde vielleicht sagen, daß die Spanne zwischen dem thematischen Potential und den interessanten Mechanismen einerseits und dem, was andererseits nach einigen Partien spielerisch herauskommt, etwas enttäuscht…

  4. Ben2

    Absolut nicht! Ein gutes Kartenspiel läuft von vorne bis hinten rund und offenbart von Anfang bis Ende ein spannendes und vorallem bedeutungsvolles Spielen. Das heißt nicht das es im Metagame nicht einen Spannungsbogen oder auch einen Erzählbogen gibt – aber das was Wallace da abliefert – wenn man es so spielt, wie ich bemängele und du vorschlägst, dann erhält man eine absolut horrendes „Spiel“ bei dem das erste drittel gut rausfallen könnte und der Rest ist stupides Kartenziehen und Geldkarten-Drafting!?!? Das ist ein Spiel, das dann eher in die Tonne gehört.

  5. Michael

    Ich weiß es nicht. Ich finde, Spielzeit verschleiert ganz leicht Tendenzen, die den Spielmechanismen innewohnen (oder nenn‘ es von mir aus „Schwächen“). London beginnt doch erst ab Spielphase II richtig zu rucken, und in Phase III werden dann mit den fetten Karten die spielentscheidenden Züge getätigt. Klar mußte für einige dieser Karten die richtigen Vorarbeit geleistet werden, sonst sind sie mau, aber bestimmte Karten sind einfach Killer, und wer die bekommt, der hat fette Vorteile. (Wer z.B. früh den Omnibus bekommt, der kann satt Gewinne einfahren, wer zwei bekommt, hat einen massiven Vorteil.) Was da nun genau im ersten Spieldrittel gelaufen ist, als es einem wegen ein paar geliehenen Pfund oder einer Hand voll Bettler flau im Magen war, ist dann ziemlich egal. Bei den ersten zwei, drei Partien ist einem das nicht so klar, und man versucht, taktisch geschickt mit den Gegebenheiten umzugehen. Sobald aber klar ist, welche Karten (oder Kartenkombinationen) die Killer sind, ist es Zeitverschwendung, sich mit dem Geplänkel abzugeben.

    Letztlich kann man das Spiel auf zwei Arten spielen:

    1) Thematisch. In jeder Spielphase nehme ich die vorliegenden Karten sehr ernst, versuche im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten (ohne Loans) zu kombinieren.
    2) Strategisch. Ich weiß, welche Karten später kommen werden, wie wertvoll sie sein können, und spiele die frühen Spielphasen zügig durch, um ohne Umwege zum wesentlichen Teil zu kommen.

    Letztlich geht es um folgendes: man lernt Spiele nach Thema kennen (und ggf. schätzen), aber früher oder später tut sich der strategische Raum auf. Bei einigen Spielen stören die strategischen Einsichten das thematische Grundgefühl (und bei anderen, vgl. AFAoS zer-stören sie dieses). Zugegebenermaßen lockt Wallace öfters mit thematischem Zucker, und wenn der weg ist, dann bleibt ein Spiel mit harten Strategien oder zumindest klaren Richtungen (bei London gottseidank nicht obendrein asymmetrisch).

    Für mich habe ich das als „wallacesche Bauart“ verbucht: es muß einem klar sein, daß der thematische Zucker irgendwann bröckelt, und darunter der graue Strategiefels hart durchscheint.

    Eine grundsätzliche Frage ist, ob das Prinzip „wer die besten Karten(-kombinationen) zieht, gewinnt“ nicht bei allen kartenbasierten Spielen ein Riesenproblem ist…?

  6. Ben2

    Das Spiel ist doch ohne diese Strategie mehr als Hoffen auf gute Karten? Ganz abgesehen davon – mit deinem Argument, wird das Spiel ja noch schlechter 😉

  7. Michael

    [Warnung: Kryptische Spoiler inklusive]

    Ich finde, die sog. „Killerstrategie“ ist schlichtweg die Art, wie das Spiel gespielt werden sollte. Klar, das erste Spiel habe ich auch eifrig die interessanten Karten kombiniert und darüber das Brett vergessen bzw. ist es mir/uns erst zur Mitte des Spiels wieder recht bewußt geworden. Sobald man aber dessen Wirkung auf den Spielverlauf realisiert hat, wird sich doch wohl niemand mehr ernsthaft damit begnügen, in einem (mit diesem Wissen) überaus zähen Anfangsspiel eine halbe Stunde lang die nahezu wirkungslosen Karten der Stufe I zu kombinieren und obendrein penibles Armutsmanagement zu betreiben. Die Zurückhaltung im Aufnehmen von Krediten und das konservative Halten von Karten, die irgendwann evtl. mal sinnvoll werden könnten (während man deren schädlichen Effekt auf das eigene Spiel in Kauf nimmt), beruht auf einem Eindruck, der sich in dem(n) ersten Spiel(en) einstellt. Irgendwann einmal kapiert der Spieler, daß es in diesem Spiel wie im real existierenden Kapitalismus zugeht: gieren, benutzen, wegwerfen, dominieren. Daß einem darüber die Lust vergehen kann, dieses Spiel zu spielen, steht auf einem anderen Blatt.

    (Daß das Spiel dabei zu einem Hoffen auf die tollen Karten verkommt, halte ich für nicht ganz gerechtfertigt. Das ist doch auch bei betulichem Gespiele nicht anders. Bei meinem ersten Spiel habe ich (ohne irgendwie auf „Killerstrategie“ zu spielen) ebenfalls haushoch gewonnen, weil ich zwei Omnibuskarten bekommen habe.)

  8. Seb

    Ich finde es ganz gut, wenn man ein Spiel auch mal völlig zerreist, wenn es offensichtliche Schwächen besitzt. Und diese scheinen sowohl hier, als auch bei A Few Acres of Snow vorhanden zu sein.

    Ich spiele AfAoS immer noch gerne über Yucata, aber dort vorwiegend die Franzosen um Taktiken zu finden um den Hammer zu stoppen.

    Von daher finde ich es gut, dass Ben und Basti da auch klipp-und-klar die Tücken und Macken aufzeigen. Keinem ist geholfen, wenn er ein Spiel holt, die Todesstrategie findet und das Spiel danach nicht mehr spielen möchte.

  9. Ben2

    Leider hilft das nicht. Man kann sich ja bewusst in eine solche Position manövrieren um dann wieder in die alte Strategie zu fallen. Ich habe zwar einen guten Fix, der die Strategie ausschaltet – aber das ist „relativ“ aufwändig. Bei Interesse kann ich das im Forum teilen.

  10. schnabla

    Hi, erstmal vielen Dank Ben für die tolle Rezension. Im Hinblick auf „kaputte“ Spiele bin ich deiner Meinung. Ich habe mir trotzdem mal den Artikel bei BGG angeschaut. Den letzten Eintrag dort fand ich ganz interressant, vielleicht hilft dieser dem Spiel weiter. Es geht dabei um das englische Wort „require“ und wie es gemeint ist. Ansonsten finde ich das Spiel sehr interessant und nochmals vielen Dank für die Rezi.

  11. Basti

    Es ist eben schade, dass man das gesamte Spielprinzip aushebeln kann und all die Möglichkeiten die es bietet. Wenn man den Trick nicht kennt ist das Spiel toll.

  12. Ben2

    Wenns nur keine Fehler hätte—-

  13. GuidoK

    Eines der wenigen Spiele von Martin Wallace die mir sehr gut gefallen, iregndwie habe ichs mit dem Autor nicht so.

  14. Edvard

    Kleine Anmerkung nebenbei: Entweder ist der Boden leicht schief (und damit die Regale) oder deine Kamera. 😛

  15. Andreas B.

    😉

  16. Ben2

    Um einen weisen Menschen zu zitieren:

    „Besser is das“

  17. Andreas B.

    Führe er mich nicht in Versuchung! 😉
    Nun, manchmal ist Unwissenheit eine Tugend! Weißt, ich habe nun die Wahl: Ich gehe meinem Drang nach, die Killerstrategie zu „erforschen“, oder ich habe weiterhin viel Spaß beim spielen. Das ist, wie wenn man als Kind die versteckten Weihnachtsgeschenke vor dem Heiligen Abend entdeckt und versucht ist, sie zu öffnen…..

    Ich denke, ich warte bis zur Bescherung!

  18. Ben2

    Ich habe mich zu diesem Thema übrigens vor längerem bei BGG ausgelassen. ( Es gibt einen Thread der diese Strategie und seine Unbesiegbarkeit thematisiert)

  19. Andreas B.

    Vorab: Ich finde „Lomdon“ klasse. Und genau wie Braz, bin auch ich noch nicht (ca. 10 Partien) auf eine Killerstrategie gestoßen. Und das ist auch gut so!
    Deine Rezension finde ich, aufgrund deiner Spielerfahrung in Bezug auf die Killerstrategie, gut nachvollziehbar.
    Fazit: Gute Rezension, Ben! 😉

    Hab ich schon erwähnt, dass ich London super finde?! 😉

  20. Ben2

    Bezüglich Ton – ich schaue was sich machen lässt. Wird aber auch wieder ganz anders wenn ich meinen Tisch habe… 😉

  21. Ben2

    Würde ich sie dir verraten – würdest du wenigstens immer gewinnen. Hat ja auch was!

    Ich habe selbst ein paar Hausregeln dafür entworfen. Leider benötigt es signifikante Eingriffe ins Spiel um das Problem zu beheben. Im Gegensatz zu AfaoS hat Wallace hier aber niemals einen Piep zu abgegeben. Hier wird sich also auch nie etwas ändern.

    Das Hobby solltest du nicht wechseln! Uns ist wichtig das wir die Spiele auch wirklich testen und stoßen somit auf Probleme – wo andere „einfach“ nur spielen und berichten.

  22. Braz

    Schöne Rezi! Ein kleiner KOmmentar: Der Ton ist bei deinem finalen Fazit recht leise und dumpf. Keine Ahnung, ob man sowas mit einem externen Mikro beheben könnte oder ob es nur mir so vorkommt…. *grübel

    Zum Spiel selbst: Auch hier bin ihc selbst noch nciht auf die „Killerstrategie“ gestoßen und überlege langsam, ob ich mein Hobby wechseln soll 😉
    Jedenfalls gefällt mir auch dieses Spiel von Martin Wallace sehr gut und es wird in meiner Sammlung bleiben. Vielleicht ist ja bald eine Ausbesserung des mir noch unbekannten „Problems“ in Sicht und dann habe ich das Spiel noch im Regal 😉

  23. Ben2

    Ist das gut oder schlecht? 😉

  24. Andreas B.

    🙂

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