A Few Acres of Snow / Rezension

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Wir testen das Spiel „A Few Acres of Snow“ von Martin Wallace (Treefrog Games/Asmodee) und erklären die Regeln sowie die Spielanleitung.

Englische Kurzbeschreibung

A Few Acres of Snow is a two-player, card-driven game about the French and British conflict in North America.

48 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Ben2

    Steht in der Regel – aber auch außen auf dem Cover „Second Edition“

  2. tim

    Hallo,
    ist jetzt vieleicht ne blöde frage, aber könnt ihr mir sagen wann die 2. Auflage erschienen ist, oder wie ich erkenne ob es die 2. Auflage ist?!
    Danke….

  3. Michael

    Die Spiele dauerten je eine Stunde. Bei einem fing der Brite an, zu siedeln (Albany, Deerfield etc.). Franzose rüstete Indianer auf. Brite baut Verteidigungsanlagen in Grenzstädten (auch Pemaquid), kauft neutrale Siedler, dann eigene. Franzose muß Indianerdeck wieder ausdünnen, Brite siedelt massiv, Franzose versucht, Vorsprung zu halten. Punktestand kurz vor Ende noch knapp unentschieden. Brite schlägt militärisch zu und gewinnt Belagerung. Anschließende Besiedlung und Strafpunkte ergeben 4 Punkte Vorsprung. Knapp, dafür interessant und spannend.

  4. Ben2

    Ein Besiedlungssieg für England?!?!?!? Wie lange ging denn das Spiel? Da muss schon ein sehr frischer Franzose am Tisch gesessen haben….

  5. Michael

    Habe kürzlich noch zweimal AFAoS gespielt. Zwei Besiedlungs-Siege für den Engländer (1x gewonnen, 1x verloren), d.h. ohne Verwendung von HH. Man kann also locker ohne Gewinnstrategie (dafür mit Spaß) spielen, und noch alle Optionen offen haben.

    Noch etwas allgemeines:

    Ist man jemand, der (plakativ gesagt) auch beim Schach bestrebt ist, die Eröffnungsbibliotheken zu kennen, und das Endspiel ab 6 Figuren mit Verweis auf die bekannten Resultate für Gewinnstrategien abbricht, dann wird man wohl in der Lage sein, AFAoS in wenigen Spielen kaputt zu kriegen. Manche Leute spielen so, und sie spielen NUR so. Auch solche Spieler, die bei Sammelkartenspielen (oder LCG) vor allem das Meta-Spiel der Deckzusammenstellung schätzen und das (für mich) eigentliche Spiel nur als Test des Decks sehen, werden den wunden Punkt von AFAoS womöglich schnell finden.

    Wer sich nicht in dieser Schublade von Spielern sieht, der wird bei AFAoS nicht so schnell auf den HH stoßen. So offensichtlich, wie es aufgrund der Diskussionen scheint, ist HH nämlich bei weitem nicht.

  6. ben2

    Also mein Fazit ist ja einfach nachzusehen 😉 Ich ändere an dieser Meinung auch nichts.

    Vergleichsweise Spiele dieser Art? Naja Mage Knight hat auch einen Deckbau-getriebenen Kampfmechanismus ohne Glück.

    Spannenderer ungewöhnlicher Deckbau gibt es auch mit Core Worlds (Rezi in Kürze) und

    wenn dich der kartengetriebene Kriegspielmechanismus anlacht dann hol dir „Gleichgewicht des Schreckens“

  7. Braz

    naja..“gering“ würde ich nicht sagen. Es kommt immer drauf an, wie oft und intensiv man ein Spiel spielt.
    Spiele sind zudem Geschmackssache. Mir hat halt an dem Spiel gefallen, dass man vom klassischen Deckbau (=mehr oder weniger abstrakt) auf einen Spielplan wechselt, bzw. den Deckbau als Motor für das Spielbrett und dem dortigen Geschehen nutzt.
    Ich kann es daher empfehlen.
    Die Definition „broken“ kann ich zwar verstehen, benutze aber „broken“ eher bei Spielen, die def. nicht funktionieren bzw. per se kaputt sind. „BallonCup“ war z.B. so ein Beispiel: Es war mE ein Designfehler, bei dem das Spiel unter gewissen umständen rein Mechanisch nicht mehr funktioniert hat. Die Definition „broken“ benutze ich daher nicht bei Siegstartegien, denn das SPiel an sich funktioniert ja. …vielleicht bringt Martin Wallace vielelicht mal ein Update (neuer Spielplan, Regelupdate o.ä.) auf den Markt und schon sind alle wieder glücklich… 😉
    Generell würde ich einen Kauf empfehlen, denn bis zum Entdecken des HH kann man schon ordentlich seinen Spaß haben…meiner Meinung nach. (aber ist halt nur mein Erfahrungswert…kann natürlich bei jedem unterschiedlich sein. Prinzipiell reizen mich aber Regelektüren zu Siegstrategien nicht und so habe ich an dem Spiel noch ordentlich meinen Spaß)

  8. schnabla

    Was ist alles in allem so das Fazit? Würdet ihr jemand empfehlen sich das Spiel zu holen und dann eben nicht den HH zu lesen (die Wahrscheinlichkeit auf den HH von selbst zu kommen scheint ja sehr gering) oder lieber nicht? Gibt es vergleichsweise Spiele dieser Art?

  9. Hans Huehnchen

    Ich mag AfAoS sehr gern und spiele es gern. Warum sollte man ein Spiel nicht mit Hausregeln reparieren, bei BGG, Spielbox u.a. findet man immer etwas, was man bei Spielen besser machen kann. Selbst bei Knallern wie Village sollte der Startspielervorteil minimiert werden. Ok, ein Startspielervorteil ist nicht so stark wie ein HH, allerdings kann er bei gleich starken Spielern spielentscheidend sein.

    Ich habe wie Braz vermieden, über den HH zu lesen (für mich ist es ein bisschen wie ein Spoiler in einer Filmkritik) und habe immer noch Spaß an dem Spiel. Mal schauen, ob Martin Wallace eine wirkliche Lösung anbieten kann, denn es ist schade, dass so viele Leute ein so tolles Spiel wegen so einer Unausgegorenheit nicht spielen werden/wollen. Aber allein die rege Diskussion zeigt doch eigentlich, dass das Spiel wert ist, gefixt zu werden.

  10. Braz

    jup…Spiele sind ja immer eine Geschmackssache und das ist auch gut so: Ich finde es sehr gut und spannend. Gerade die asymetrische Strategie gefällt mir an dem Spiel. Wie gesagt: Den HH habe ich zum Glück noch nicht erfahren dürfen und sollte ich ihn, dann hoffe ich, dass es bis dahin eine Nachbesserung gibt. Kleines Addon mit neuer Spielkarte…etc? Dominion hat ja schließlich auch die Goldstrategie…dank der Addons wird diese aber ganz gut ausgebremst….
    Aber wie gesagt: Mir gefällt das Spiel sehr gut…bislang ;c)

  11. Markus

    Ich möchte einem Punkt aus persönlichem Empfinden widersprechen: Mir fehlt bei dem Spiel der Spaß. Ich habs nur einmal gespielt, aber grade was ich sonst an Spielen liebe blieb hier voll aus. Bei diesem Spiel fehlt mir völlig dieses Kribbeln im Kopf, Kreativität und Neugier die Möglichkeiten auszuloten. Ich habs mir zugelegt grade aufgrund der durchweg fast begeisterten Rezensionen und möchte jedem die Warnung mitgeben, es auf jedem Fall vorher zu testen. Es ist bisher mein einziger Fehlkauf und auch aufgrund meiner bisherigen Wallace-Erfahrungen eine große Enttäschung.
    Das Deckbau-Element ist mir in der Form nicht interessant genug, die meisten Ortskarten sind reizlos.
    Das ganze Spiel besteht hauptsächlich darin gegen ein unnüztes Deck anzukämpfen.
    Überhaupt kein Vergleich z.B. mit den tollen (und viel flexibleren!) Möglichkeiten von Mage Knight.
    Überhaupt vermisse ich bei der Anpreisung von „die Möglickeiten erschlagen einen“ genau das: Flexibilität.
    Zu schnell gerate ich in Situationen wo ich überhaupt nichts sinnvolles tun kann bzw. habe eben einfach keine Wahl was ich tun möchte.
    Das Indianer-hin-und her finde ich äußerst nervig.
    Die Nationen geben zu stark die Richtung vor.
    Es enthält ein paar interessante Bausteine wie z.B. die Belagerung oder die Reserve.
    Normalerweise gebe ich Spiele nicht nach dem ersten Spielen auf und erkenne als erfahrener Spieler auch den Reiz eines Spiels, bzw. packt mich dieser automatisch.

    Ich erahne in welche Richtung der Spielgedanke geht und welche Möglichkeiten ich habe, aber ich vermisse eben wie gesagt eine wichtige Antriebsfeder: Es macht mir wirklich so gar keinen Spaß, da mir persönlich das Spiel nicht die freien kreativen Entfaltungsmöglichkeiten bietet, die ich von einem guten Strategiespiel erwarte.

  12. Braz

    ok…wie gesagt: Der HH ist mir bislang zum Glück noch unbekannt…von daher habe ich noch Spaß am Spiel 😉
    ….wisst ihr, ob Nachbesserungen in Sicht sind?

  13. Ben2

    die nicht greifen – oder gar schlimmer; Probleme aggravieren und neue schaffen

  14. Braz

    ja, aber nochmal die Frage: Es gibt doch schon diesbezüglich Nachbesserungen, oder nicht?!

  15. Basti

    Nach meinem Urlaub melde ich mich auch mal zu Wort.

    Fakt ist, das Spiel ist kaputt. Um mal bei Bens obigen Autovergleich zu bleiben gibt es für kaputte Produkte einen Rückruf oder zumindest eine Nachbesserung. Und das sollte wie ich meine zumnindest zur Schadensbegrenzung getan werden: Für jeden der es gerne möchte die neuen Regeln in ordentlicher Qualität und Farbe als Upgrade Kit.

    Auch wenn das Upgrade jetzt nicht unbedingt etwas an dem Grundproblem ändert, dass sich das Spiel nicht voll entfaltern kann, wenn man erstmal weiß wie mans richtig anstellen muss.

    Ich hatte auch Spaß mit dem Spiel und hab es noch mit Gegnern die HH nicht kennen, aber sobald man ihn kennt, ist das nur noch blödes vor sich hingespiele. Entweder chancenlos oder ein „Fakespiel“, das nicht auf gewinnen angelegt ist.

    Ich spiele auch gerne spiele Sachen wie Cosmic Encounter, Wizwar, Bloodbowl TM oder irgendwas anderes chaotisches und hab Spaß ohne zu gewinnen.
    Diese Spiele geben sich aber offiziell auch nicht als Vielspieler-Strategiespiele aus.

    Bei der Zielgruppe die AfAoS bedienen will, darf so was einfach nicht passieren. Punkt.

    Und bei London gibt es sogar eine noch schlimmere Regelschwäche, die man sogar schon beim ersten Spielen erkennen kann, aber mehr dazu sicherlich noch in Bens London Rezi.

  16. Braz

    also meiner Meinung nach braucht es aber schon eine Weile, bis man auf diese Strategie stößt, oder?! Will sagen: Ich lese mir genrell keine Strategielösungen durch und habe mir daher diese Taktik noch nicht durchgelesen -> folglich macht mir das SPiel immer noch Spaß. Ist ähnlich wie die Hungerstrategie beim Stone Age oder die Geldstrategie beim Dominion. Besser sowas selbst herausfinden, denn dann hat man an einem SPiel länger seinen SPaß. Strategiediskussionen sind beim Civilization vielleicht ganz interessant, aber sonst…. Kurzum: Ich bin froh, dass ich es habe und bin noch mehr froh, dass ich von dem ganzen Strategiediskussionskram nur peripher etwas mitbekommen habe. Das Spiel ist gut und man kann an dem Spiel lange seinen Spaß haben -> ist jedenfalls meine Meinung. Deckbau kombiniert mit Einheitenbewegungen auf einem Spielplan…..sowas gab`s vorher noch nicht…..

  17. Martin

    Danke für das Video. Für mich ist der Fehler ein Grund, das Spiel nicht zu kaufen, auch wenn es recht weit oben auf meienr Liste stand. Aber ich habe keinen Bock auf Hausregeln und die Spiele selbst fixen zu müssen.

  18. Ben2

    Michael, das habe ich auch geschätzt – vielen Dank!

  19. Michael

    Hi Ben. OK, das hast Du in der Tat getan, Du warst nicht unfair. Ich denke, ich wollte lediglich einfach einen etwas ausführlicheren Kontrapunkt setzen, weil ich das Spiel noch immer genial finde.

    Übrigens habe ich auf BGG eine Abstimmung über die Wahrnehmung des Spiels vor und nach Bekanntwerden von HH angelegt:

    Insofern vielen Dank an alle hier für den Antrieb dazu.

  20. Ben2

    Das die Mechanik toll und innovativ ist, habe ich in meiner Rezi ja ausgiebig ausgeführt – aber eben leider auch mit allen Downsides. Ein so gutes Spiel mit solch einer Problematik behaftet zu sehen blutet mir im Herzen. Ist aber eben auch der Grund weswegen ich keine Kaufempfehlung aussprechen konnte.

  21. Wolfi

    Ich möchte mich auch mal zu Wort melden:

    Ben, tolles Review und ich gebe dir prinzipiell gerne recht. Allerdings gehöre auch ich zur Verteidigergruppe von AfAoS. Mit den von M. Wallace nachgelieferten „Random Rules Generator“ (die bereits bei Yucata verfügbar sind) gibt es doch so einige Regeln, die den Hammer zwar nicht gänzlich unmöglich machen, aber immerhin so schwer, dass man es als Franzose kontern kann. Der HH ist in seiner Grundidee zwar leicht begriffen, aber deswegen spielt ihn auch nicht gleich jeder perfekt… Solange man die Strategiediskussion bzw. die Tutorials auf BGG ignoriert, hat man denke ich sehr lange Spaß mit diesem Spiel.

    Für alle, die es interessiert, wie der HH stark erschwert wird, der Gouverneur darf nicht auf Startkarten angewandt werden (also nur auf die Karten mit heller Umrandung) und evtl noch die Free Fur Action (Freie Aktion, einen Pelz für ein Geldstück ablegen) macht das Spiel für die Briten militärisch so schwer, dass wieder alle Strategien offen sind.

    Da diese offitiellen Zusatzregeln aber auch nicht in der 2. Version inbegriffen sind, kann man natürlich berechtigt ein hartes Urteil aussprechen.

    Aber so richtig gerecht wird es diesem großartigen Spiel meiner Meinung nach trotzdem nicht 😉

    Trotzdem, weiter so! Tolle Arbeit!!!

    Wolfi

  22. Jochen

    Ich finde Bens Bewertung und Meinung sehr gut. Mich hat AfAoS sehr interessiert. Nach Bens Rezension ist das Spiel für mich gestorben.

    Ähnliches passierte übrigens Klaus Teuber mit dem Siedler von Catan Kartenspiel im Duell Modus. Dort wurde ein sogenanntes „Kanzler-Deck“ von einem Spieler veröffentlicht. Gegen dieses Deck hatte man nur eine theoretische Chance. Es war schwer zu spielen. Allerdings gewann ein geübter Spieler immer – egal ob gegen einen mittelmäßigen oder einen anderen Klassespieler.

    Durch die Reform des Kartenspiels wurde das Kanzler-Deck unmöglich und damit das SvC Kartenspiel auf Jahre hinaus gerettet.

  23. Günter Peter

    kaputt oder nicht – das Spiel macht trotz allem Spaß. Ich finde, dass man viele Spiele total aufdröseln kann und immer irgendwo etws Kaputtes finden kann. Aus meiner Sicht kann AfAoS in den Top 10 bleiben.;)
    Günter

  24. Michael

    Ben, es geht mir sicher nicht darum, daß man die Schwächen eines Spieles verheimlichen sollte, und ich bin absolut der Meinung, daß Wallace sich und der Spielebranche einen absoluten Bärendienst erwiesen hat. Ganz sicher hätte man Wallace in Kenntnis von HH auch eher nicht den zweiten Platz als „Game Designer of the Year“ verleihen sollen.

    Die große Polarisierung in der Community hat aber dazu beigetragen, daß inzwischen jeder Reviewer das Ding so in die Tonne tritt, als wäre HH dermaßen offensichtlich, daß es jeder nach dem fünften Spiel schon merken würde. Ich sage nur: dem ist mitnichten so. Nicht jeder Spieler ist Magic-Veteran und Deckbau-Optimierer. Ich würde vermuten, daß die allermeisten Spieler/Besitzer von AFAoS von außen vom HH erfuhren, also nicht durch eigene Einsicht, sondern durch vermittelte Erkenntnisse (und begleitende Empörung).

    Mir geht es darum, daß AFAoS von der Idee her so faszinierend ist, daß es wert ist, gerettet zu werden, und daß mehr Energie in die Rettung des Spiels gehen sollte als in dessen Verdammung. Ich finde auch, daß sich Wallace mit seiner Nachbesserung und den späteren Random Rules Generator dem Problem zumindest gestellt hat, und zumindest durch letzteres das Spiel auch wieder interessant geworden ist, weil dem HH teils Schraubenzieher ins Getriebe geworfen werden. Selbst Tim Seitz, der in zahllosen Partien die Effektivität des HH demonstriert hatte, sagte auf BGG zu Wallace’s Random Rule Generator: „This actually looks pretty interesting.“ Ich vermute, daß man ein Spiel kaum als Schrott ansehen kann, wenn sogar der, der die Existenz einer Gewinnstrategie nachgewiesen hat, noch ausdrücklich an dessen Rettung interessiert ist. (Seine spätere Meinung zum Random Rules Generator: „For closer balance and games with more tension, I recommend using the playtest option where you can pick the rules you want AND then let your opponent pick sides.“)

    Mal anders gesagt: sollte sich irgendwann herausstellen, daß der blaue Spieler bei Wiz-War durch seine Spielerplatte tatsächlich benachteiligt ist, dann wird das vermutlich keinen Menschen mehr interessieren. Insofern ist AFAoS auf alle Fälle ein (zugegebenermaßen schwer getrübter) Meilenstein im Spieldesign.

    @Edvard: Wenn ich spiele, dann will ich vor allem eine stimmungsvolle Kombination von Regeln und Thema erforschen. Ob ich dabei gewinne oder nicht, ist mir zuerst einmal egal. Es gibt also auch andere Spielertypen, und für die ist selbst das kaputte AFAoS noch interessant.

  25. Edvard

    Nachtrag: Ich brauch zu lange, um Antworten zu schrieben… 😉

  26. Edvard

    Noch ne blöde Frage: Der Halifax Hammer ging doch nur bei der ersten Version des Spieles? Oder ist der in der zweiten immer noch aktuell?
    (Ich hatte Benn so verstanden, dass es in der zweiten Version einen anderen Bug gibt.)

    Allgemein muss ich mal Ben ein wenig in „Schutz“ nehmen. (Nicht, dass er es nötig hätte. 😉
    Auch wenn ich ab und zu anderer Meinung bin, steh ich in diesem Fall voll und ganz hinter ihm. Wenn ein Spiel so einen krassen(!) Fehler aufweist, dann muss man darauf hinweisen und darf IMHO darauf rumreiten. Selbst wenn der gut versteckt ist oder mit Hausregeln leicht zu bearbeiten ist…

    @ Michael: Wenn ich spiele, dann WILL ich gewinnen. Ich bin jetzt deswegen kein schlechter Verlierer und es tut mir im Nachhinein auch Leid, wenn ich meine(n) Gegner grandios abzocke, aber während ich spiele, verschwende ich daran keinen Gedanken. Ich spiele immer mit der Absicht um zu gewinnen!

  27. Ben2

    AfAoS ist ein Spiel bei dem der optimale Deckbau im Vordergrund steht. Eine tote Karte im Deck ist schon ein derartige brutaler Rückschlag wie ich ihn selten in einem solchen Spiel gesehen habe. Der „Sinn“ des Spiels ist nicht etwa eine Entwicklung Nordamerikas – der Sinn ist für eine der beiden Seiten zu gewinnen. Dies ist auf unterschiedliche Arten und Weisen möglich. Für den Briten ist aber der Kolonialsieg durch Entwicklung praktisch unmöglich. Die ganze Karte müsste praktisch blau sein – oder aber die ganze Küste aus Städten bestehen. In der Zeit in der dies erreicht werden müsste hat einen der Franzose in Einzelteile zerlegt – sei es mit Raids oder weil er einfach schneller entwickelt und weniger Würfel und Scheiben hat. Der leichteste und wahrscheinlichste Weg für den Briten ist der Militärsieg – entweder über die 12 Punkte oder doch gleich Quebec. Warum sollte ich es mir KÜNSTLICH schwer machen? Oder gar gleich verlieren. Der Halifax Hammer ist selbst laienhaft gespielt schwer aufzuhalten – wobei natürlich ein sehr versierter Franzose einen laienhaften HH leicht aushebelt. Aber wenn beide Spieler auf gleichem Niveau sind – keine Chance. Man muss nicht einmal mit großem Können rangehen. Einfach schön Geld machen und angreifen – die 2er Geld Karten raus und los gehts. Dann geht es Schlag auf Schlag. Spätestens wenn der Franzose seine eingebaute Infanterie verloren hat ist er draußen.

    Und ich kann sehr wohl sagen, dass das Wallace nicht alles bedacht hat. Er ist schließlich der Designer. Wenn ein Auto ab Werk Fehler aufweist wenn es in Grenzsituation kommt und man den Fehler zwar selbst beheben kann aber er ab Werk jedesmal auftaucht – kann ich auch nicht sagen – naja dann muss ich halt selbst Hand anlegen.

    Ich sehe es schon in meiner Pflicht das nicht nur zu betonen sondern anzumahnen.

    Dieses Spiel lässt in den bestehenden Regeln eine 100% Gewinnstrategie zu. Wenn soetwas besteht ist das ein absolutes No-Go.

    Warum soll ich das Hochpreisen?

    Ehrlich gesagt sehe ich das absolut identisch wie 2D6 Writer Jesse Dean:

    http://www.2d6.org/2012/03/a-few-acres-of-snow-and-the-critical-silence-on-the-biggest-flawed-game-of-2011/

    Sein Satz „a lack of willingness to subjectively judge whether a game is good or not in any criterion beyond whether people enjoy it“ beschreibt schön wie ich Spiele NICHT bewerte.

    Ebenso zu dem typischen Argument:

    „This also expresses itself in a similar lament about the game being fine if you just ignore the broken strategy. Both lines of thinking ignore the implications of giving a designer a pass for releasing an easily broken game. If the game continues to accumulate awards, climb the rankings, and enjoy good sales, what sort of message does this send to designers? That it is okay to release games that are initially pleasing and work as long as you do not attempt skilled play, because the customer base does not mind games that are ultimately broken? That effective play testing is not important? I like to think that Martin Wallace has learned some important lessons from this, but the lack of accountability does not bode well for the future of our hobby.“

  28. Seb

    Ich gebe auch mal meinen Senf dazu. Ich spiele AfaoS nun schon seit es bei Yucata in der Beta vorhanden war. Damals gab es zunächst nur die erste Edition zum spielen, welche dann nach Erscheinen der zweiten ebenfalls geupdated wurde. Bei beiden Versionen ist der hammer durchführbar und gewinnt einfach. Ich spiel grad sogar Spiele, bei denen der Brite klipp und klar den hammer macht. Ganz nach dem Motto: „If you can’t beat ‚em, join them!“. Das ist sehr frustrierend. Selbst wenn man also weiß, dass der Brite den hammer spielt ist es fast ausweglos dagegegn anzukommen. Das finde ich auf der einen Seite Schade für ein Spiel, was nach all den Dominion-Klonen das Prinzip „Deckbau“ endlich einmal wieder erfrischend belebt. Nur genau da lieght das Problem. jeder der nur annäherungsweise einmal Magic gespielt hat kriegt auf Seiten der Briten die Taktik zum Hammer innerhalb von 10-20 Spielen herraus. Klar, dann hat man auch schon diese Anzahl an Spielen gespielt, danach ist das Spiel aber reif für die Tonne. Denn jeder, der die Briten spielt, wird den Hammer durchführen. Ich hab auch viele schöne Partien auf Yucata gesehen in denen die Bevölkerungstaktik durchgeführt wurde oder sogar mit den Natives auf Seiten der briten gespielt wurde. Nur leider werden diese Spiele immer weniger, da immer mehr Leute den hammer kennen und dadurch wird das Spiel dann leider unspielbar. Wer sich trotzdem den Spass daran erhalten möchte, kann ja mit Zusatzregeln bzw. Varianten (wie auch bei Yucata implementiert) agieren. Ich für meinen Teil werde es nicht mehr kaufen, da ich in dem Fall leiber eine Runde Twilligth Struggle spiele. Auch ein unsymmetrisches „Kriegsspiel“ bei dem noch keine klare Siegstrategie existiert.

    Allen anderen trotzdem viel Spass bei AfaoS!

  29. Michael

    @Ben: Es liegt aber in Deinem Ermessen, ob Du im Verfolgen Deiner journalistischen Pflicht vor allem betonst, daß es sich um ein super Spiel handelt, das leider eine „Verfallserkenntnis“ eingebaut hat, nach der es schwer wird, das Spiel ganz naiv zu genießen, oder ob Du betonst, daß das Spiel ein Riesenproblem hat, über das man sofort stolpert und wodurch es eigentlich von vorne herein Schrott ist. Dein Review besagt klar letzteres und stellt damit ein Metaproblem des Spieles in den Fokus.

    @Björn: Bei der Diskussion um den HH auf BoardGameGeek flossen Blut und Tränen, bei den Befürwortern einer Gewinnstrategie wie bei den vehementen Gegnern. Die Existenz der Strategie wurde empirisch nachgewiesen, indem einer deren Verfechter weit über hundert Spiele mit dieser Strategie spielte und dabei immer gewann. Allerdings muß man dazu sagen, daß derselbe Spieler auch mit Frankreich 4 von 5 Spielen gewinnt – sofern sein Gegner nicht selbst den HH anwendet. Was damit gezeigt ist: diese Strategie funktioniert im Prinzip tatsächlich, und das ist schon ein Hammer. Damit ist aber auch darauf verwiesen, daß man immer noch sehr gut spielen muß, um die Strategie wirklich durchziehen zu können. Ein halbherziger HH ist rasch gegen die Wand gefahren.

    Ist es so, daß ich tatsächlich von selbst auf diese Strategie gekommen wäre, wenn ich das Spiel wochenlang wirklich aufs letzte auszureizen versucht hätte? Ich glaube durchaus, daß die Chancen nicht nur 0,2% sind, wenn man das Spiel wirklich absolut auszuloten versucht. Man muß sich aber als Engländer wirklich vornehmen, gar nichts anderes zu tun, als militärische Karten zu kaufen und alle anderen Karten schnellstmöglich loszuwerden. Damit verläßt man aber ganz klar die Spielidee einer Besiedelung Nordostamerikas, und ob wirklich jeder Spieler ganz von alleine ohne jeden Hinweis auf diese Idee kommen wird, scheint mir ÄUSSERST fraglich zu sein.

    Ich habe das Spiel bisher (leider) nur ca. 12-mal gespielt, und alle Partien waren äußerst spannend und grundsätzlich mehr oder weniger ausgeglichen, und ich würde sagen, daß ich bestimmt noch mal so viele Partien hätte spielen müssen, um auf die Idee zu kommen, als Brite quasi selbstzerstörerisch auf totalen Krieg zu setzen. Und dann hätte ich es ggf. nicht ganz so konsequent getan, wäre damit gescheitert und hätte es evtl. nie wieder versucht.

    Und wenn ich nach 12 Partien von ganz alleine entdeckt hätte, daß die Balance nicht ganz stimmt, dann hätte ich, wie Hans sschreibt, entweder versucht, das irgendwie in den Griff zu bekommen. Jetzt zu sagen: „Der böse Wallace, hat nicht alles bedacht!“ halte ich für absurd. So herum wird ein Schuh daraus: nicht einmal der Spieleerfinder und seine Tester (selbst wenn es – unter Vernachlässigung seiner Pflichten – nicht viele gewesen sein sollten) kamen nicht auf die Idee, das Spiel derart krass verzerrt anzugehen, wie ein paar Leute in einer weltweit vernetzten Community, in der sich das Thema dann explosionsartig verbreitet hat. Und selbst wenn man das Spiel dann einfach nicht mehr anfassen mag, weil es einfach total kaputt ist, da der Britenspieler moralisch gezwungen ist, auf jeden Fall den HH zu spielen… selbst dann hatte man für knappe 40 Euro garantiert 24 Stunden absolut solide Unterhaltung wie sie nur ganz wenige andere Spiele bieten.

    Wobei ich den „MUSS-GEWINNSTRATEGIE-SPIELEN“ Zwang absolut nicht nachvollziehen kann. Ich kann und werde durchaus weiterhin versuchen, als Brite zuerst durch einen Wettbewerb der Besiedlung und ein Rennen zu den großen Seen zu gewinnen. Und es ist ja nicht so, daß ich dann jederzeit auf den HH umschalten könnte, um dann doch noch aus verfahrener Situation heraus zu gewinnen. Das Zeitfenster für die Strategie ist nach den ersten paar Runden konstruktiven Spielens zu.

    @Ben: Bist Du wirklich von gaaaaaaanz alleine darauf gekommen, daß man als Spieler der Briten am allerbesten einen totalen Krieg forciert? Oder war da nicht doch schon vorher die Ahnung eines Gerüchtes, das etwas in der Art möglich sein könnte?

    Meine Meinung zu AFAoS: Kaufen, kaufen, kaufen – und schlichtweg nicht auf BGG nachlesen, wie der HH funktioniert, es ignorieren, oder mittels des Zusatzregeln-Generators von Wallace für jede Partie einen neuen Rahmen setzen. Dann hat man mit AFAoS auf alle Fälle ein Spiel, das auch nach vielen Partien so stimmungsvoll und packend ist wie am Anfang und wie wenige andere Spiele.

  30. ben2

    Ich hoffe doch schwer….

  31. Jörg Köninger

    mitten im Essen Stress – da wird sich sicherlich doch mal ein anderer Termin finden … Du bist ja auch mal in unserer Ecke 🙂

  32. Ben2

    @ Jörg – spätestens an nem Abend in Essen? Sehr gern.

  33. Ben2

    Selbst wenn der Halifax Hammer nur „laienhaft“ ausgeführt wird, hat der Franzose KEINE Möglichkeit zu agieren. Er MUSS verstärken – sonst hat er die Belagerung verloren. Das geht so Schlag auf Schlag, dass der Franzose jede Runde eine Belagerung verliert sobald Port Royal und gefallen ist. Louisbourg ist der nächste Kampf und dann fällt Quebec eine Runde später. Ich habe Basti so zerstört damit, dass er sich gewundert hat wie man so ein Spiel auf den Markt bringen kann.

  34. Hans Huehnchen

    Ich denke auch, dass Wallace in den Testspielen den Halifax-Hammer nicht entdeckt hat, so wie wir in unseren Partien bis jetzt noch nicht.

    Ist es für die Franzosen denn nicht möglich, mit den Ambush-Karten die militärische Macht der Briten so stark zu schwächen, dass der HH nicht mehr so richtig funktioniert? Oder mittels Hausregeln Quebec so zu stärken, dass es nicht so schnell eingenommen werden kann, z.B durch doppelte Befestigungen oder erhöhte Grundstärke?

  35. Jörg Köninger

    Interessante Meinungen. Mich würde natürlich sehr interessieren wie viel Testzeit der Autor investiert hat und warum er nicht selbst auf diese „Problem“ gestossen ist (?)

    @Ben … also noch nicht wegschmeissen … wir probieren es mal aus 😉

  36. Ben2

    Es hat ein Update gegeben – diese liegt mir vor. Und selbst hier ist noch alles drin.

    Ich verstehe aber jeden der hier einen großen Zwiespalt mit dem Spiel hat und es verteidigt.

    Daher muss ich in meiner Rezension noch härter die gescheiterte zweite Edition abstrafen. Es scheint dann nämlich so, als ob die grundlegende Spielmechnik das Problem erzeugt und die kann man nicht mal schnell „patchen“ das hätte schon beim Design auffallen müssen.

    Und das Problem liegt ja hauptsächlich in einem sehr dünnen sehr effizienten Militärdeck auf Seiten der Briten – und genau darum geht es in AfAoS ja – extreme Deckoptimierung – und genau daraus ensteht das Problem – DAS ist der Grund warum es schlecht ist.

  37. Björn Kalies

    Also für mich ist „A few acres of snow“ eines der besten Spiele überhaupt!

    ich wage mal zu behaupten, dass nur durch spielen 99,8% der Spieler auf diese Möglichkeit nicht gekommen wären! Nur durch das Medium Internet ist es möglich so eine Lücke zu verbreiten.
    Das dies dem Autor nicht aufgefallen ist, kann man auch ihm kaum vorwerfen – er hat eh schon das Kunststück geschaffen ein total asynchrones Spiel zu schaffen, dass trotzdem ausgewogen ist. Mit der zweiten Edition wurde daran noch ein wenig gefeilt, aber gravierend sind die Unterschiede nicht. Bei einem Computerspiel hätte es ein Update gegeben und keiner hätte sich beklagt. Afaos ist ein besonderes Spiel und da darf durchaus mal nachjustiert werden – ein Flickenteppich wird es dadurch noch lange nicht…

    Ich empfehle das Spiel einfach mal zu spielen (ohne sich durchzulesen wir der Halifax-Hammer funktioniert – wenn dann soll man schon selber drauf kommen) und dann kann man sein Urteil bilden.

    Björn

  38. Ben2

    Ich muss aber ein Spiel in seiner Form testen, wie sie mir vorliegt. Wenn ihr dann trotzdem AfAoS kauft und mit Hausregeln spielt ist dass das eine – Aber ein Spiel, welches in seinen bestehenden Regeln derart kaputte Strategien erlaubt – kann und werde ich nicht gut bewerten. Wo käme ich da hin „Also Leute hier ist SpielXY -es ist zwar Schrott aber mit 3 Hausregeln macht es voll Spaß“ Ich MUSS bewerten was Verlag und Autor mir vorsetzen. Das ist schon rein aus Prinzip eine journalistische Pflicht.

  39. Michael

    Wenn ich nun bei einem Spiel, das viel Potenzial mitbringt und jeden, dem ich es zeige, sofort mit seinem Spielgefühl packt, irgendwann eine Schwäche bemerke, daß etwa nicht 100%ig ausbalanciert ist, dann versuche ich als erstes, dieses Problem mit kleineren Regeländerungen auszubügeln, anstatt die Schwäche solange zu reiten, bis wirklich jedem die Lust vergangen ist. Ich finde, daß man einem Spiel eher mit letzterem Schande tut.

    Es gibt Spiele, die von vorne herein langweilig sind, solche, die offensichtlich konstruiert sind, und solche, die schlichtweg keinen Spaß machen. Die kann man getrost zu den Akten legen, wenn sie auch noch ein Problem mit der Balance haben. Das Thema von AFAoS ist packend, die Mechanismen sind so stimmig, daß es eine wahre Freude ist, und das Spiel macht Spaß wie wenige andere. Nun wurde beim Testen leider, leider nicht entdeckt, daß das massive Forcieren einer bestimmten Vorgehensweise tatsächlich zu einem relativ sicheren Gewinn führen kann. Wallace hat in der 2. Ausgabe deutlich nachgebessert. In dieser neuen Variante ist es, so vermute ich, ziemlich unwahrscheinlich, daß jemand von alleine auf die Gewinnstrategie kommt.

    Übrigens sind auch auf BGG unter denjenigen, die die HH-Strategie zuerst gefunden und publik gemacht haben, nicht wenige, die anschließend viele Vorschläge gemacht haben, um das Spiel wieder zu reparieren.

  40. W3rn3rs3n

    Ich habe das Spiel zwar nicht, aber wenn man das Ganze durch Hausregeln oder andere Zusatzregeln umgehen kann, was ist dann das Problem? Und ein Spiel spielt man nicht immer nur, damit man gewinnt, sondern in erster Linie um Spaß zu haben. Bei einer Partie Ringkrieg, IWDZ, Civilization oder was weiß ich, ist es mir relativ egal ob ich gewinne oder nicht, da das Spiel an und für sich schon viel Spaß gemacht hat (gewinnen tu ich dann aber natürlich trotzdem auch gerne ;))
    Da AfAoS an und für sich ja sehr gut zu sein scheint, versteh ich nicht, was das Problem ist, diese Strategie zu verbieten oder einzudämmen durch weitere Regeln, wenn dadurch die Spielbalance aufrechterhalten bleibt.

  41. Ben2

    Lieber Michael – danke für deinen ausführlichen Kommentar. Ich bin leider kein Freund vom bewussten Umgehen klarer Siegstrategien. Dieses absichtliche Subpar spielen ist auch nicht im Sinne irgendeines Spiels. Ich fände ich täte dem Spiel Schande – und nicht zuletzt auch meinen Gegenspieler. Wenn ich gewinnen KANN werde ich das tun. Es schmerzt mir im Herzen sehr, dass AfAoS hier soetwas zu Tage legt. Bei London werde ich auch noch einmal drüber sprechen.

  42. Jörg Köninger

    Klare Worte, danke! Wird somit von meiner Liste gestrichen!
    CU Jörg

  43. Michael

    Meiner Meinung nach ist das Spiel so gedacht, daß beide Spieler einigermaßen ausgewogen versuchen sollen, Nordostamerkia zu besiedeln und dem Gegner dabei entweder Sand in dessen Pläne zu streuen (tendenziell von den Franzosen bevorzugt) oder mit ihm in direkte Konfrontation zu treten (eher der Weg der Briten). Dabei macht das Spiel, wie Ben sagt, ans sich einfach extrem viel Spaß. Geniale Mechanismen und ein interessantes historisches Setting treffen hier aufeinander. Es ist einfach toll.

    Ich war nach ca. 7-8 Spielen selbst noch nicht auf die Gewinnstrategie gestoßen, als ich auf BGG die Diskussion um diesen sog. „Halifax Hammer“ entdeckte. Nach kurzem Browsen ignorierte ich die Diskussion bewußt und durfte deswegen (gottseidank) weitere 6 äußerst interessante Spiele spielen. Mittlerweile habe ich doch mitbekommen, daß es sich beim HH um eine Gewinnstrategie für den Briten handelt, die darin besteht, mit viel Militär und brutal kleinem Kartendeck in kurzer Zeit Quebec zu erobern. Ich muß gestehen, daß es mir auch in Kenntnis der Idee hinter dem HH als Brite nicht in den Sinn käme, den Besiedlungsteil des Spiels komplett auszuknipsen, um diese brutale Kriegsstrategie zu verfolgen.

    Die Spielidee besteht m.E. darin, den breiten Fächer von Spielmöglichkeiten einzusetzen, um möglichst schnell möglichst weite Teile der Karte zu besiedeln. Die Option, den Gegner durch direkten Konflikt zu bremsen ist dabei natürlich ausdrücklich vorgesehen. Die Gewinnstrategie besteht aber nun darin, die eigentlichen Spielidee der Besiedelung VOLLSTÄNDIG zu ignorieren (schließlich auch die eigenen Anfangssiedlungen aufzugeben!), und den Gegner vom ersten Moment an mit Krieg zu überziehen. (Insofern ist diese Strategie unhistorisch, den die Idee des totalen Kriegs unter Vernachlässigung aller anderen Belange ist eine spätere Erfindung, die nicht auf die Briten zurückgeht.)

    Für das Spiel ist es natürlich ziemlich ungünstig, daß keine Regel ein solches Vorgehen unterbindet oder sonstwie nuztlos werden läßt. Tatsächlich hat die Regeländerung zur 2. Ausgabe wohl einiges dazu beigetragen, diese Gewinnstrategie zu entschärfen, aber wenn es ein Spieler partout darauf anlegt, den HH durchzuziehen, so ist dies wohl noch immer möglich.

    Ich sehe aber immer noch diverse Lösungsmöglichkeiten, um das Problem zu vermeiden.

    1) Ganz banal: Legt der Spieler der Briten mit einer klaren HH-Eröffnung vor, so ist das sofort offensichtlich. Der Mitspieler kann sofort kapitulieren. 5 Minuten sind verschwendet, und man kann noch einmal „richtig“ anfangen.

    2) Wenn man es als Spieler der Briten auf Teufel-komm-heraus nicht lassen kann, die HH-Strategie durchzuziehen, dann kann man zum Meta-Spiel wechseln und versuchen, diese Strategie durch weitere Regeländerungen einzudämmen. Derer gibt es genug, und jeder, der Interesse daran hat, die tollen Vorzüge des Spiels zum Tragen zu bringen, wird die Zeit gerne investieren. Es gibt sogar eine semi-offizielle Liste von Zusatzregeln von Martin Wallace (siehe Link), die man zu einem Spiel hunzunehmen kann.

    Mir stellt sich die Frage, ob man nun als Brite wirklich unbedingt auf die HH-Strategie spielen muß. Spiele ich nur, um zu gewinnen, oder spiele ich, um das Spiel zu erkunden? Muß man von der Vorstellung einer die Spielidee zerstörenden Gewinnstrategie so gefesselt sein, daß man nur noch so spielen will? Dann geht das Spiel kaputt, was man nach kurzer Zeit sieht. Tut man es nicht von Anfang an konsequent, kann man die Strategie als nicht vorhanden abhaken.

    Ich werde mit den Regeln der 2. Ausgabe und ggf. den (zufälligen oder ausgewählten) Zusatzregeln jedenfalls noch sehr viel Spaß haben.

    Noch etwas am Rande: für ein nagelneues Computerspiel bezahlt man in der Regel mehr als 40 Euro und hat in der Regel so an die 15 Stunden Spielzeit, bevor es durchgespielt ist. Ich vermute, daß man wesentlich länger damit zu tun hat, bei AFAoS von selbst auf den HH zu kommen, insbesondere dann, wenn man auch noch unbedingt den Nachweis leisten möchte, daß es tatsächlich eine Gewinnstrategie ist.

  44. ben2

    Platz 1 – AfAoS
    Platz 2 – London
    Platz 3 – (überraschung)
    Platz 4 – (überraschung) die Rezi kommt noch diese Woche für diese zwei Nieten…. ,)

  45. Edvard

    Macht doch eine Top 10 der kaputten Spiele. 😛

  46. Ben2

    Es ist das beste kaputte Spiel, dass ich kenne. Nein, ganz ehrlich, es fliegt dort wieder runter. Ich war die ersten 10 Partien sehr begeistert. Bis ich dann ganz alleine auf den kaputten Teil gestoßen bin.

  47. Edvard

    Danke für die Rezi.

    Da hatte ich ja direkt nochmal Glück, denn ich war schon mal drauf und dran das Spiel zu kaufen.

    Aber mal ne blöde Frage: Wenn das Spiel kaputt war und immer noch ist, wieso ist es dann auf eurer Top 10? o_O

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